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Erfahrungen und Gesichte sowie Geistliche Gaben

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    Kapitel 15: Die Juden beschließen, Paulus zu töten

    Als die Hohenpriester und Obersten den Erfolg der Erfahrungen des Paulus wahrnahmen, wurden sie mit Haß gegen ihn erfüllt. Sie bemerkten, daß er mutig Jesum verkündete und in seinem Namen Wunder vollzog; das große Mengen ihn lauschten, sich von ihren Aufsätzen wandten und die jüdischen Obersten als die Mörder des Sohnes Gottes betrachteten. Ihr Ärger wurde aufs höchste erregt, und sie versammelten sich, um zu beraten, was wohl am besten zu tun sei, diese Aufregung unter dem Volke zu dämpfen. Sie kamen dahin überein, daß der sicherste Weg der sei, Paulus zu töten. Aber Gott kannte ihre Absichten, und Engel wurden beauftragt, Paulus zu beschützen, auf daß er leben möchte, um seine Mission zu vollenden.EG 192.1

    Von Satan dazu angeregt, bewachten die Juden die Tore von Damaskus Tag und Nacht, damit, wenn Paulus passieren würde, sie ihn sofort töten könnten. Aber Paulus war benachrichtigt worden, daß die Juden ihm nach dem Leben trachteten, und die Jünger ließen ihn in einem Korbe des Nachts an der Mauer herunter. Über diesen Fehlschlag ihres Planes waren die Juden beschämt und ungehalten, und Satans Absicht war wieder vereitelt.EG 192.2

    Nach diesem ging Paulus nach Jerusalem, um sich den Jüngern anzuschließen. Sie fürchteten sich aber alle vor ihm und konnten nicht glauben, daß er ein Jünger sei. Die Juden hatten ihm in Damaskus nach dem Leben getrachtet, und seine eigenen Brüder wollten ihn nicht annehmen; aber Barnabas nahm ihn zu sich, führte ihn zu den Aposteln und sagte ihnen, daß er den Herrn auf dem Wege gesehen und daß er mit Eifer den Namen Jesu zu Damaskus gepredigt hätte.EG 193.1

    Aber der Satan wirkte an den Herzen der Juden, Paulus umzubringen, und Jesus befahl ihm, Jerusalem zu verlassen. In der Begleitung von Barnabas ging er in andere Städte, verkündigte Jesum und wirkte Wunder, und viele bekehrten sich. Als ein Mann geheilt wurde, der immer lahm gewesen war, wollte das Volk, das Götzen anbetete, den Jüngern opfern. Paulus war hierüber betrübt und sagte ihnen, daß er und seine Mitarbeiter nur Menschen seien, und daß der Gott, der den Himmel und die Erde, das Meer und alles, was darinnen ist, geschaffen habe, allein angebetet werden müsse. Auf diese Weise pries Paulus Gott unter dem Volke; aber er konnte es kaum von seinem Vorhaben abhalten. Der erste Begriff vom Glauben an den wahren Gott und von der Anbetung und Ehre, die ihm gebühren, ging in ihnen auf; aber indem sie Paulus lauschten, wirkte Satan auf ungläubige Juden von anderen Städten ein, daß sie Paulus verfolgten und das gute Werk, welches er ausführte zerstörten. Diese Juden erregten die Gemüter jener Götzendiener durch falsche Gerüchte gegen Paulus. Die Bewunderung der Leute verwandelte sich jetzt in Haß, und diejenigen, die vor kurzem bereit waren, die Jünger anzubeten; steinigten Paulus, schleiften ihn zur Stadt hinaus und meinten, daß er tot sei, aber als die Jünger um Paulus versammelt waren und ihn beklagten, stand er zu ihrer Freude auf und ging mit ihnen in die Stadt.EG 193.2

    Als Paulus und Silas wiederum Jesum predigten, folgte ihnen eine gewisse Magd, die einen Wahrsagergeist hatte, schrie und sprach: “Diese Menschen sind Knechte Gottes, des Allerhöchsten, die euch den Weg zur Seligkeit verkündigen.” So folgte sie den Jüngern mehrere Tage. Es tat aber Paulus weh, denn dies Schreien hinter ihnen lenkte die Gemüter des Volkes von der Wahrheit ab. Der Zweck Satans, indem er sie veranlaßte, dies zu tun, war, einen Widerwillen im Volke zu erreichen und den Einfluß der Jünger zu vernichten. Paulus war sehr betrübt, und er wandte sich um und sprach zu dem Geiste: “Ich gebiete dir in dem Namen Jesu Christi, daß du von ihr ausfahrest.” Und der böse Geist fuhr aus zu derselben Stunde.EG 193.3

    Ihren Herren gefiel es, daß sie den Jüngern nachrief; aber als der böse Geist sie verließ und sie in ihr eine demütige Nachfolgerin Jesu sahen, wurden sie aufgebracht. Sie hatten viel Geld durch ihr Wahrsagen gesammelt, und jetzt war die Hoffnung ihres Gewinnes dahin. Satan hatte seinen Zweck verfehlt; aber seine Diener ergriffen Paulus und Silas, zogen sie auf den Markt vor die Obersten und führten sie zu den Hauptleuten und sprachen: “Diese Menschen machen unsere Stadt irre; sie sind Juden.” Und das Volk wurde erregt wider sie, und die Hauptleute ließen ihnen die Kleider abreißen und hießen sie stäupen. Nachdem sie sie ordentlich gestäupt hatten, warfen sie sie ins Gefängnis und geboten dem Kerkermeister, daß er sie wohl verwahrte. Dieser, da er ein solches Gebot empfangen hatte, warf sie ins innerste Gefängnis und legte ihre Füße in den Stock. Aber die Engel Gottes begleiteten sie ins Gefängnis und führten es so, daß ihre Gefangenschaft zur Ehre Gottes gereichte und dem Volke zeigte, daß Gott mit dem Werke und seinen auserwählten Dienern war.EG 194.1

    Um Mitternacht beteten Paulus und Silas und lobten Gott. Plötzlich wurde ein großes Erdbeben, das die Grundfesten des Gefängnisses bewegte, und ich sah, daß der Engel Gottes sofort alle Banden löste. Als der Kerkermeister erwachte und die Türen des Gefängnisses aufgetan sah, erschrak er. Er meinte, die Gefangenen seien alle entflohen und er würde jetzt mit dem Tode bestraft werden. Aber als er gerade sein Schwert zog um sich zu erwürgen, rief Paulus mit lauter Stimme: “Tu dir nichts Übles, denn wir sind alle hier.”EG 194.2

    Die offenbarte Kraft Gottes überführte den Kerkermeister. Er forderte ein Licht, sprang hinein, zitterte und fiel Paulus und Silas zu Füßen, führte sie heraus und sprach: “Liebe Herren, was soll ich tun, daß ich selig werde?” Und sie sagten: “Glaube an den Herrn Jesum Christum, so wirst du und dein Haus selig.” Dann versammelte der Kerkermeister sein ganzes Haus und Paulus verkündete ihnen Jesum. Also wurde das Herz des Kerkermeisters mit denen seiner Brüder verbunden, er wusch ihnen die Striemen ab, und er und sein ganzes Haus wurden in jener Nacht getauft. Er gab ihnen alsdann zu essen und freute sich mit seinem ganzen Hause, daß er an Gott gläubig geworden war.EG 195.1

    Diese wunderbare Nachricht von der Offenbarung der Kraft Gottes, indem die Türen des Gefängnisses geöffnet und der Kerkermeister mit seinem ganzen Hause bekehrt wurde, verbreitete sich schnell. Die Obersten vernahmen es und fürchteten sich; sie sandten zu dem Kerkermeister und befahlen ihm, Paulus und Silas gehen zu lassen. Aber Paulus wollte das Gefängnis nicht heimlich verlassen, er wollte nicht, daß die Offenbarung der Kraft Gottes verborgen bleiben sollte. Er sagte deshalb zu ihnen: “Sie haben uns ohne Recht und Urteil öffentlich gestäupt, die wir doch Römer sind, und in das Gefängnis geworfen, und sollten uns nun heimlich ausstoßen? Nicht also, sondern lasset sie selbst kommen und uns hinausführen.” Als dies den Hauptleuten angekündigt und es bekannt wurde, daß die Apostel Römer waren, entsetzten sie sich aus Furcht, daß sie bei dem Kaiser ihres ungerechten Verfahrens wegen angeklagt würden. Sie kamen und redeten ihnen zu, führten sie heraus und baten sie, daß sie aus der Stadt auszögen. EG 195.2

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